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Der Bordwandauflieger – auch Rungenauflieger genannt – ist einer der vielseitigsten Anhänger in der Transportbranche. Er transportiert Erz, Kohle, landwirtschaftliche Produkte, Baumaterialien und Schüttgut. Er wird auf Autobahnen, Landstraßen und Baustellen eingesetzt.
Die Struktur eines Bordwandaufliegers ist einfach – eine ebene Ladefläche mit umlaufenden Bordwand- und Gitterelementen. Höhe und Ausführung dieser Elemente können jedoch erheblich variieren. In der Branche sind unter anderem folgende Ausführungen üblich: niedrige Seitenwand mit niedrigem Aufbau, niedrige Seitenwand mit hohem Aufbau und hohe Seitenwand mit niedrigem Aufbau. Eine niedrige Seitenwand ist in der Regel etwa 600 bis 800 mm hoch, während eine hohe Seitenwand ungefähr 1000 mm erreicht. Der Begriff "Gitteraufbau" bezeichnet die obere Lage der Elemente oder die abnehmbaren Rungen – je nach Transportgut können diese hoch oder niedrig ausgeführt sein. Eine niedrige Seitenwand mit hohem Aufbau eignet sich gut für leichtes Schüttgut – sie bietet mehr Volumen und eine bessere Ladungssicherung. Eine hohe Seitenwand mit niedrigem Aufbau ist bei schwerem Ladegut stabiler und bietet eine bessere seitliche Abstützung. Eine niedrige Seitenwand mit niedrigem Aufbau ist beim Be- und Entladen am flexibelsten – ideal für kurze Transporte mit häufigem Umschlag.
Die häufigste Konfiguration auf dem Markt ist der3-Achs-Bordwandauflieger – drei Achsen, ein zulässiges Gesamtgewicht von 40 bis 50 Tonnen und für die meisten Straßen geeignet. Für schwerere Ladungen gibt es den 4-Achs-Bordwandauflieger – eine zusätzliche Achse, ein Gesamtgewicht von über 60 Tonnen und eine höhere Tragfähigkeit. Außerdem gibt es den 3-Achs-Bordwandanhänger mit Deichsel – im Unterschied zu einem Standardauflieger verfügt er über eigene Räder an der Vorderseite und wird über eine Deichsel mit dem Zugfahrzeug verbunden. Er ist wendiger und eignet sich besser für Bereiche mit Längenbeschränkungen oder für Einsatzbedingungen, in denen Auflieger nicht ideal sind.
Die drei Typen ähneln sich strukturell, stellen jedoch jeweils eigene Anforderungen an die Wartung. Da Bordwandauflieger verschiedenste Ladungen transportieren und überall eingesetzt werden, ist die Wartung wichtiger, als man vielleicht denkt.
Unter Fahrern gibt es ein altes Sprichwort: "Ein Anhänger besteht zu 30 % aus Fahren und zu 70 % aus Wartung." Das gilt besonders für Bordwandauflieger. Sie verfügen über mehr Bauteile als Pritschenauflieger – Gitterelemente, Rungen, Verschlüsse und Scharniere. Mehr Bauteile bedeuten auch mehr mögliche Fehlerquellen. Diese Hinweise basieren auf langjährigem Austausch mit Kunden und praktischer Erfahrung.
1. Gitterelemente und Rungen – das "Gesicht" und das "Skelett" des Anhängers
Pritschenauflieger verfügen nicht über diese Bauteile, Bordwandauflieger sind jedoch auf sie angewiesen, um die Ladung zu halten. Gitterelemente, Rungen, Verschlüsse und Scharniere werden täglich geöffnet und geschlossen. Sie sind Sonne, Regen und Staub ausgesetzt. Mit der Zeit können sie sich verbiegen, rosten oder verklemmen. Je höher der Aufbau, desto größer der Windwiderstand und desto stärker bewegen sich die Elemente auf unebenen Straßen – Verschlüsse und Scharniere verschleißen schneller. Bei Anhängern mit niedriger Seitenwand und hohem Aufbau benötigen die oberen Verbindungspunkte des Aufbaus besondere Aufmerksamkeit.
Am unteren Ende der Rungen beginnen Probleme häufig zuerst. Viele Kunden haben von ähnlichen Situationen berichtet – die Runge sah einwandfrei aus, brach jedoch eines Tages beim Herausziehen zum Beladen direkt am Fuß ab. Der Grund war, dass sich Regenwasser und Schlamm in den Rungentaschen gesammelt und dort monatelang gestanden hatten, wodurch die Rungen von innen nach außen rosteten. Überprüfen Sie vor dem Beladen den unteren Bereich jeder Runge. Wenn Sie Rost feststellen, behandeln Sie ihn frühzeitig. Der3-Achs-Bordwandanhänger mit Deichsel verfügt über eine zusätzliche Deichsel und einen Drehteller, sodass das Heck beim Abbiegen stärker ausschwenkt – dadurch wirken größere seitliche Kräfte auf Gitterelemente und Rungen. Diese Bauteile müssen daher häufiger kontrolliert werden als bei einem Standardauflieger.
Verschlüsse und Scharniere sollten täglich überprüft werden. Testen Sie vor jeder Fahrt jeden Verschluss – lässt er sich leicht öffnen? Schließt er sicher? Gitterelemente werden während der Fahrt stärker belastet, als man erwarten würde. Beim Durchfahren eines Schlaglochs kann sich ein Element öffnen, wenn ein Verschluss nicht richtig verriegelt ist. Das monatliche Schmieren der Scharnierbolzen und Drehpunkte der Verschlüsse nimmt nicht viel Zeit in Anspruch, kann jedoch dazu beitragen, dass diese Bauteile jahrelang funktionieren.
Es ist außerdem sinnvoll, die Schweißnähte der Gitterelemente regelmäßig zu prüfen – insbesondere an den Verbindungen zwischen Rungen und Rahmen sowie zwischen horizontalen und vertikalen Streben. Dort beginnen Risse häufig zuerst. Anhänger, die Erz oder Kohle transportieren, belasten die Aufbaukonstruktion stärker, weshalb sich häufigere Kontrollen lohnen. Der4-Achs-Bordwandauflieger transportiert schwerere Ladungen – die Schweißnähte an Gitterelementen und Rahmen werden stärker beansprucht, daher ist hier besondere Aufmerksamkeit erforderlich.
2. Verschleiß des Bodens – der unsichtbare Schaden, der teuer werden kann
Bordwandauflieger transportieren viel Schüttgut. Der Boden wird durch Gabelstapler zerkratzt, durch die Ladung abgenutzt und durch Regen durchnässt. Der Verschleiß kann schneller eintreten, als man erwartet.
Die Bodenstärke wird von vielen Betreibern erst dann beachtet, wenn ein Gabelstapler eines Tages direkt durch den Boden stößt und man feststellt, dass dieser zu dünn geworden ist. Eine einfache Gewohnheit besteht darin, alle paar Monate mit der Hand auf den Boden zu klopfen. Wenn sich der Klang verändert – hohler oder spröder wird – deutet dies häufig auf beginnenden Rost oder Verschleiß hin. Wenn ein Messschieber zur Verfügung steht, ermöglicht die Messung der Bodenstärke im Vergleich zur Werksangabe eine klare Einschätzung.
Anhänger für Erz- oder Kohletransporte weisen in der Regel den schnellsten Bodenverschleiß auf. Wenn ein Bereich dünner wird, kann das frühzeitige Aufschweißen einer Verschleißplatte verhindern, dass später der gesamte Boden ersetzt werden muss. Wird der Bodenverschleiß zu lange ignoriert, kann aus einer kleinen Reparatur eine umfangreiche werden – der Austausch des gesamten Bodenrahmens ist mit erheblichen Kosten verbunden.
3. Reifen – das Bauteil mit Bodenkontakt wird häufig übersehen
Die Reifen eines Bordwandaufliegers sind mit denselben Problemen konfrontiert wie die Reifen anderer Anhänger. Da Bordwandauflieger jedoch gemischte Ladungen transportieren und häufiger eingesetzt werden, können Reifenprobleme früher auftreten. Anhänger für schwere Schüttguttransporte belasten die Reifen stärker und fahren häufig auf schlechteren Straßen, weshalb das Risiko von Reifenplatzern tendenziell höher ist.
Der Reifendruck sollte besonders beachtet werden. Bei zu niedrigem Druck vergrößert sich die Aufstandsfläche des Reifens, der Kraftstoffverbrauch steigt und die Seitenwände werden stärker verformt. Dadurch entsteht Wärme, die die inneren Karkassfäden mit der Zeit ermüden lassen kann. Ein zu hoher Druck ist ebenfalls nicht ideal – der Reifen verschleißt in der Mitte und die Haftung nimmt ab. Am einfachsten ist es, den auf der Reifenflanke angegebenen Wert einzuhalten.
Der Reifentausch wird von vielen Betreibern übersehen. Bei Bordwandaufliegern verschleißen die Reifen der vorderen Achse häufig schneller als die der hinteren Achsen, da sie mehr Gewicht tragen und stärker lenkenden Kräften ausgesetzt sind. Ein Wechsel alle 30.000 bis 40.000 Kilometer sorgt für einen gleichmäßigeren Verschleiß und verlängert die Lebensdauer des Reifensatzes.
Im Profil festgesetzte Steine sollten entfernt werden. Bordwandauflieger werden häufig auf Baustellen eingesetzt, daher kommt dies regelmäßig vor. Scharfkantige Steine können mit der Zeit tiefer in den Reifen eindringen und ihn unter Umständen beschädigen. Wenn Sie am Ende jeder Schicht die Steine mit einem Schraubendreher entfernen, dauert dies nur wenige Minuten.
4. Rostschutz – entscheidend für die Lebensdauer von Bordwandaufliegern
Bordwandauflieger transportieren alles, werden überall eingesetzt und sind täglich Sonne, Regen und Staub ausgesetzt. Der Rostschutz gehört daher zu den wichtigsten Wartungsmaßnahmen.
Regenwasser ist leicht sauer und kann den Lack mit der Zeit beeinträchtigen. Nach der Regenzeit kann das Waschen und Wachsen des Anhängers dazu beitragen, die Schutzschicht des Lacks zu erhalten. Der Rostschutz von Fahrgestell und Gitterelementen ist noch wichtiger. Der Aufbau ist ständig Regen, Schlamm und Chemikalien ausgesetzt. Sobald die Lackierung beschädigt ist, kann Rost entstehen. Beim Kauf eines Anhängers lohnt es sich, nach dem Rostschutzverfahren zu fragen – wurde eine Sandstrahlbehandlung durchgeführt? Welche Grundierung wurde verwendet? Besteht der Decklack aus Polyurethan? Die richtige Ausführung kann die Lebensdauer des Anhängers deutlich beeinflussen.
Anhänger, die in Küstennähe oder in feuchten Regionen eingesetzt werden, profitieren von einem häufigeren Rostschutz. Salz in der Luft wirkt korrosiv. Wenn die Rostschutzbeschichtung an Fahrgestell und Aufbau beschädigt wird, kann sich Rost schneller bilden als im Landesinneren. Regelmäßiges Abspülen des Unterbodens und das unverzügliche Ausbessern von Lackschäden helfen, Rost einzudämmen.
5. Bremsanlage – schwere Ladungen benötigen zuverlässige Bremsen
Bordwandauflieger transportieren schwere Ladungen und legen lange Strecken zurück. Die Bremsanlage arbeitet daher meist stärker als bei leichteren Anhängern. Der 4-Achs-Bordwandauflieger hat ein höheres Gesamtgewicht, wodurch die Bremsanlage stärker belastet wird. Der 3-Achs-Bordwandanhänger mit Deichsel verfügt über eigene Bremsen, da er eigene Räder besitzt – die Bremsanlage muss mit dem Zugfahrzeug abgestimmt werden. Achten Sie bei der Wartung besonders auf die Synchronisierung der Bremsen zwischen Zugfahrzeug und Anhänger.
Es ist sinnvoll, vor jeder Fahrt auf Luftlecks zu prüfen und das Druckmanometer zu beobachten. Starten Sie den Motor, betätigen Sie die Bremse einige Male und beobachten Sie das Manometer. Wenn der Druck schneller als gewöhnlich abfällt, kann ein Leck vorliegen – suchen und beheben Sie es vor der Abfahrt.
Das tägliche Ablassen von Wasser aus den Luftbehältern ist eine weitere einfache Maßnahme. Der Luftkompressor entzieht der Luft Feuchtigkeit, die in den Behältern kondensiert. Wenn sich dort Wasser ansammelt, kann es in die Bremsleitungen gelangen – die Bremsreaktion kann sich verlangsamen und bei kaltem Wetter können die Leitungen einfrieren.
Bremsbeläge sollten ausgetauscht werden, wenn sie nur noch etwa 3–4 mm dick sind. Wer wartet, bis Metall auf Metall trifft, riskiert Riefen in der Bremstrommel. Dann müssen sowohl Beläge als auch Trommeln ausgetauscht werden, was höhere Kosten verursacht.
Regelmäßiges Schmieren der Bremsnockenwelle sorgt dafür, dass sie sich frei bewegt. Andernfalls können die Bremsbeläge an den Trommeln schleifen, was Kraftstoff verschwendet und möglicherweise eine Überhitzung verursacht.
Der Austausch der Kartusche des Lufttrockners einmal jährlich oder alle 100.000 Kilometer ist eine sinnvolle Faustregel. Sobald das Trockenmittel im Inneren mit Feuchtigkeit gesättigt ist, arbeitet es nicht mehr wirksam und Wasser kann durch das Druckluftsystem gelangen. Die Kartusche ist nicht teuer, trägt jedoch zum Schutz der gesamten Bremsanlage bei.
6. Beleuchtung und Verkabelung – geringe Kosten, große Sicherheit
Bordwandauflieger legen viele Kilometer bei Nacht und auf langen Strecken zurück. Die Beleuchtung ist daher wichtiger als bei Anhängern für kurze Transporte. Wenn die Rückleuchten schwach leuchten oder nicht funktionieren, können andere Verkehrsteilnehmer Sie möglicherweise nicht deutlich erkennen – das Risiko eines Auffahrunfalls steigt. Bei manchen Anhängern wirken die Rückleuchten selbst mit neuen Glühlampen schwach; häufig sind die Streuscheiben verschmutzt oder verblasst. Das Reinigen oder Ersetzen der Streuscheiben ist eine kleine Ausgabe, die einen großen Unterschied machen kann.
Die Kontrolle aller Leuchten vor jeder Fahrt sollte zur Routine gehören – Bremsleuchten, Blinker, Begrenzungsleuchten, Rückfahrleuchten und Reflektionsstreifen. Wenn eine Glühlampe ausgefallen ist, lässt sie sich kostengünstig und einfach sofort ersetzen.
Auch die Verkabelung sollte regelmäßig überprüft werden. Beschädigte Isolierungen können Kurzschlüsse verursachen. Lose Verbindungen können ein Flackern der Leuchten auslösen. Bordwandauflieger haben aufgrund ihrer Aufbaukonstruktion eine komplexere Verkabelung als Pritschenauflieger – es gibt mehr Biegungen und mehr Stellen, an denen Kabel scheuern können. Der Kabelbaum der Rückleuchten befindet sich am Heck und ist den stärksten Vibrationen sowie Schlamm ausgesetzt, weshalb dort häufiger Probleme auftreten. Bei der Wartung ist es sinnvoll, die Gehäuse der Rückleuchten zu öffnen, auf Feuchtigkeit oder Korrosion im Inneren zu prüfen, sie zu reinigen und anschließend wieder abzudichten.
Zusammengefasst: Bordwandauflieger sind für harte Arbeit ausgelegt. Egal, ob Sie eine niedrige Seitenwand mit niedrigem Aufbau oder eine hohe Seitenwand mit hohem Aufbau wählen – entscheidend ist, die Struktur Ihres Anhängers und die Stellen zu kennen, an denen Probleme am wahrscheinlichsten beginnen. Der3-Achs-Bordwandauflieger eignet sich für die meisten Aufgaben. Der 4-Achs-Bordwandauflieger bewältigt schwere Ladungen besser. Der 3-Achs-Bordwandanhänger mit Deichsel ist auf engen Straßen wendiger. Unabhängig vom eingesetzten Modell sollten Sie Gitterelemente, Boden, Reifen, Rostschutz, Bremsen und Beleuchtung regelmäßig prüfen und kleine Probleme frühzeitig beheben. So bleibt ein Anhänger viele Jahre einsatzbereit.
Ein Anhänger ist wie ein Partner auf der Straße. Kümmern Sie sich um ihn, und er unterstützt Sie. Warten Sie nicht, bis er Sie liegen lässt, bevor Sie sich an die notwendigen Wartungsarbeiten erinnern.
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